Widerstand: Der Kampf für
Demokratie geht weiter.
INTERNATIONALE AKTEURE
Um die komplexe politische Situation in Myanmar verständlicher zu machen, haben wir den Widerstand in fünf Bereiche gegliedert. Diese Kategorien dienen als Orientierung und sind nicht strikt voneinander getrennt. Ein Akteur kann mehreren Bereichen angehören oder unterschiedliche Rollen übernehmen.
Internationale Akteure
Die internationale Haltung zu Myanmar ist tief gespalten: Manche Staaten sanktionieren das Regime, andere stützen es und profitieren davon. Dazwischen steht eine Vielzahl zivilgesellschaftlicher Akteure, die von außen Druck ausüben. Vor allem China, Russland und Belarus sichern das Fortbestehen des Militärs durch Waffen, Diplomatie und wirtschaftliche Kooperationen. Die USA, Europäische Union (EU) und weitere demokratische Staaten sanktionieren, allerdings oft nur halbherzig. Indien und die Association of Southeast Asian Nations (ASEAN) stehen pragmatisch dazwischen. Das System der Vereinten Nationen (UN) ist durch Vetos gelähmt. Gleichzeitig kämpfen Diaspora-Gruppen, Advocacy-Organisationen und unabhängige Medien dafür, die internationale Öffentlichkeit zu mobilisieren und Rechenschaft einzufordern.
1. ASEAN
ASEAN nimmt in der politischen Krise Myanmars eine Schlüsselrolle ein. Die UN bestimmten das Staatenbündnis schnell als zentrales regulierendes Element in der Myanmar-Frage. Nach dem Putsch verabschiedete ASEAN einen Fünf-Punkte-Konsens:
- Gewaltstopp
- Konstruktiver Dialog der Konfliktparteien
- Ernennung eines Sondergesandten
- Humanitärer Zugang
- Besuch des Sondergesandten in Myanmar
Das Militär ignoriert diesen Fünf-Punkte-Konsens allerdings weitgehend und beklagt sich zugleich aber, von Gipfeltreffen auf Regierungsebene meist ausgeschlossen zu werden. ASEAN setzt eine Sondergesandte für Myanmar ein, für 2026 Theresa Lazaro von den Philippinen. Sie traf sich im Januar mit ihrer Delegation und der Junta. Das Treffen wurde als warmer und konstruktiver Austausch über die gegenwärtige Geopolitik sowie die politische Situation Myanmars beschrieben, mit National Unity Government (NUG)- oder anderen Oppositionsvertreter*innen traf sie sich nicht. ASEAN ist intern gespalten zwischen Staaten wie Indonesien und Malaysia, die mehr Druck fordern, und anderen, die für Nichteinmischung plädieren. Daher wird ASEAN häufig als zahnloser Tiger bezeichnet. Organisationen wie Progressive Voice halten den Ansatz von ASEAN für gescheitert. Tatsächlich hat ASEAN in der Myanmar-Frage wenig bis gar nichts erreicht. Dennoch verweisen die UN und andere Staaten weiterhin auf ASEAN, wenn es um den Umgang mit der Krise geht.
2. Staaten
Unterstützer des Militärregimes
CHINA, RUSSLAND, BELARUS, IRAN
China nimmt in der Myanmar-Krise eine strukturell einzigartige Position ein. Peking ist zugleich der wichtigste Waffenlieferant des Regimes, sein zuverlässigster diplomatischer Schutzschild und sein wirtschaftlicher Lebenserhalt. Zudem ist China der einzige Akteur, der nachweislich direkten Einfluss auf das Kriegsgeschehen selbst nimmt. Diese Kombination macht China nicht bloß zum wichtigsten externen Verbündeten, sondern unverzichtbar für das Fortbestehen der Militärherrschaft.
Der Grund dafür liegt in Chinas übergeordnetem strategischen Interesse: Myanmar ist für Peking kein Randproblem, sondern ein zentraler Baustein seiner geopolitischen Strategie. Das sogenannte „Malakka-Dilemma“, Chinas strukturelle Verwundbarkeit gegenüber einer Seeblockade in der Straße von Malakka, durch die ein Großteil seiner Energieimporte fließt, macht den Landkorridor durch Myanmar zum Indischen Ozean zu einem strategischen Projekt ersten Ranges. Die Öl- und Gaspipeline von Kyaukphyu nach Yunnan, der geplante Tiefseehafen in Kyaukphyu sowie das gesamte Belt-and-Road-Initiative-Infrastrukturnetzwerk (Chinas globales Infrastrukturprogramm) in Myanmar sind Ausdruck dieser Logik: China braucht einen stabilen Zugang zum Golf von Bengalen, unabhängig davon, wer in Naypyidaw regiert.
Auf dieser Grundlage erklärt sich Pekings Entscheidung, das Militär konsequent zu stützen. China liefert Kampfjets, Hubschrauber, Drohnentechnologie, Streubomben und Munition, allesamt Waffen, die nachweislich gegen die Zivilbevölkerung eingesetzt werden. Im UN-Sicherheitsrat blockiert Peking gemeinsam mit Moskau jede Resolution, sei es zu Waffenembargos, zu Überweisungen an den IStGH oder zu verbindlichen humanitären Zugangsmechanismen. Das deutlichste Signal der Legitimierung war das Gipfeltreffen zwischen Xi Jinping und Min Aung Hlaing in Peking im Juni 2026: Dabei wurden 18 Kooperationsabkommen unterzeichnet. Für eine Regierung, die von westlichen Staaten und ASEAN weitgehend isoliert wird, ist ein solches Treffen von unschätzbarem symbolischen und praktischen Wert. Es signalisiert der internationalen Öffentlichkeit und der eigenen Bevölkerung, dass die Junta keineswegs allein steht. Zugleich bindet es weitere Zusagen für Infrastrukturprojekte, Kredite und Investitionsschutz an eine Regierung, die sonst keine anderen Kreditgeber findet.
Doch Chinas Einfluss beschränkt sich nicht auf Diplomatie. ie vielleicht aufschlussreichste Episode seiner tatsächlichen Macht ereignete sich 2023: Die ethnische Kokang-Armee (MNDAA) eroberte im Rahmen der „Operation 1027“ die strategisch bedeutende Stadt Lashio, gab sie aber auf direkten Druck Pekings anschließend wieder an das Militär zurück. Kein anderer externer Akteur hätte diesen Rückzug erzwingen können. Diese Episode zeigt: China übt Einfluss nicht nur auf die Junta aus, sondern auch auf zentrale Widerstandsgruppen. Diese Hebelfunktion in beide Richtungen ist einzigartig.
China unterhält seit Jahrzehnten Beziehungen zu verschiedenen ethnischen Widerstandsorganisationen entlang seiner 2.200 Kilometer langen Grenze zu Myanmar. Diese Kontakte beruhen nicht auf ideologischer Sympathie, sondern auf Grenzmanagement: Peking will weder, dass Menschen nach Yunnan flüchten, noch Instabilität, die seine Investitionen gefährdet. Die Folge ist eine „Doppelspurstrategie“: Peking stützt einerseits die Junta als Staatspartner. Gleichzeitig behält es über informelle Kanäle Einfluss auf die Konfliktdynamik.
Peking erklärt öffentlich, an Stabilität, einer politischen Lösung sowie der Bekämpfung von Drogenschmuggel interessiert zu sein, ebenso an den berüchtigten Scam-Zentren, jenen Komplexen, in denen Menschenhandelsopfer zu Cyber-Verbrechen gezwungen werden. In einigen dieser Bereiche hat China tatsächlich Druck ausgeübt. Doch genau das Militär, das Peking stützt, ist tief in die Schutzgeldstrukturen rund um Drogenhandel und Scam-Zentren verstrickt. Teilweise profitiert es sogar unmittelbar davon. Chinas Führung weiß dies. Dass sie trotzdem liefert, rüstet und legitimiert, zeigt, was Stabilität im chinesischen Sinne wirklich bedeutet: Keine funktionierende Staatsordnung, keine Menschenwürde, sondern gesicherte Pipelines, offene Handelswege und eine Grenze ohne unkontrollierte Flüchtlingsbewegungen.
Große Bedeutung hat auch das Myitsone-Staudammprojekt, das nach massiven Protesten der Zivilgesellschaft suspendiert wurde. Derzeit laufen Verhandlungen über eine Wiederaufnahme zwischen Junta und chinesischer Seite. Sie sind ein weiterer Beleg dafür, dass das Militär Infrastrukturkonzessionen an China als politische Währung einsetzt, und dass Peking bereit ist, diese anzunehmen. China ist aktuell nicht Teil des Problems in Myanmar, sondern das zentrale strukturelle Hindernis für seine Lösung.
Russland ist neben China der zweite zentrale Waffenlieferant des Regimes. Moskau beliefert die Armee mit Kampfflugzeugen, Hubschraubern, Drohnen und Bomben. Waffensysteme, die Russland zuvor in der Ukraine eingesetzt hat, kommen inzwischen auch in Myanmar zum Einsatz. Moskau blockiert gemeinsam mit China weitergehende Maßnahmen im UN-Sicherheitsrat. Beide Länder führten 2023 zusätzlich gemeinsame Marinemanöver durch.
Belarus hat seine Beziehungen zur Junta seit dem Putsch kontinuierlich vertieft, ein weiteres Beispiel dafür, wie isolierte Regierungen sich gegenseitig stützen. Präsident Lukaschenko besuchte Naypyidaw im Juli 2026 und unterzeichnete dort Rüstungskooperationsabkommen. Belarus liefert unter anderem Luftverteidigungssysteme und bildet Militärpersonal aus.
Iran taucht in jüngsten Recherchen von Amnesty International (2026) als mutmaßliche Quelle für Treibstofflieferungen an das Militär auf. Die Lieferungen sollen über sogenannte „Geisterschiffe“ abgewickelt werden, um Sanktionen zu umgehen, und dienen mutmaßlich der Versorgung von Luftangriffen des Militärs.
Pragmatische Einbindung
THAILAND, INDIEN, JAPAN, SINGAPORE
Thailand teilt eine lange Grenze mit Myanmar und ist wirtschaftlich weit über die Grenzregionen hinaus mit dem Land verflochten. Gleichzeitig ist Thailand Drehscheibe für den Drogenhandel aus Myanmar sowie für den Menschenhandel in die Scam-Zentren, vor allem nach Myawaddy. Seit 2025 führt das Land deshalb multinationale Operationen durch, um dies zu bekämpfen. Die Haltung Thailands bleibt ambivalent, und genau diese Doppelrolle macht das Land zu einem der komplexesten Akteure in der Krise: Einerseits hat Thailand Millionen Geflüchtete aus Myanmar aufgenommen und vergibt mittlerweile Registrierungsdokumente. Andererseits unterhält es wichtige wirtschaftliche Verbindungen nach Myanmar, auch direkt zum Militär.
Indien verfolgt eine Politik der Einbindung statt Isolation. Im Juni 2026 empfing Premierminister Modi Min Aung Hlaing in Neu-Delhi, der erste Staatsbesuch dieser Art seit dem Putsch. Im Zentrum des Treffens waren die Themen Handel (Handelsvolumen: 1,95 Mrd. USD im Jahr 2025/26), Grenzsicherheit, Energie und kritische Rohstoffe. Indien teilt eine 1.643 km lange Grenze mit Myanmar. In den vergangenen 18 Monaten hat das Land zudem über 2.400 indische Staatsangehörige aus Scam-Zentren befreit.
Japan unterhält seit Langem Wirtschaftsbeziehungen zu Myanmar und trat lange als diskreter Vermittler auf. Seit 2021 haben sich japanische Unternehmen zwar teilweise zurückgezogen, zu einem gemeinsamen Sanktionsrahmen mit anderen Staaten ist Japan bislang aber nicht beigetreten.
Singapur ist ein wichtiges Finanzzentrum für Myanmar-Transaktionen und Sitz zahlreicher Unternehmen mit Verbindungen zum Militär. Recherchen von Justice For Myanmar (siehe Internationale NGOs und Advocacy-Organisationen) belegen wiederholt: Genau diese Finanzstrukturen werden genutzt, um Sanktionen anderer Staaten zu umgehen, und schwächen damit deren Wirkung ab.
Sanktionierende Demokratien
USA, Europäische Union, Australien, und Kanada
Die USA haben seit 2021 mehrere Sanktionspakete verhängt. Betroffen sind unter anderem Rüstungsunternehmen, Energiekonzerne und Familienangehörige von Min Aung Hlaing. Washington unterstützt die NUG politisch und stellt humanitäre Gelder bereit. Zugleich haben die Kürzungen der US-Hilfsmitteln im Jahr 2026 die humanitäre Lage in Myanmar zusätzlich verschlechtert.
Die Europäische Union hat sechs Sanktionspakete gegen Myanmar verhängt. Diese umfassen Waffenembargos, Einreiseverbote und Vermögenssperrungen. Die EU unterstützt zivilgesellschaftliche Organisationen und die NUG diplomatisch.
Das Vereinigtes Königreich verhängte ebenfalls Sanktionen und stellte 2026 Studienvisa für Myanmar-Staatsangehörige ein.
Australien und Kanada haben ähnliche Sanktionsregime und unterstützen humanitäre Hilfe.
Von der Krise direkt betroffene Staaten
Bangladesch, Die Republik Gambia
Bangladesch beherbergt über 750.000 Rohingya-Flüchtlinge in den Lagern von Cox's Bazar, dem größten Flüchtlingslager der Welt. UNHCR meldete 2025 eine Rekordzahl von Todesfällen auf der Flucht über den Seeweg. Verhandlungen über eine Rückführung scheiterten bislang an der Sicherheitslage im Rakhine-Staat und an der Kontrolle der Arakan Army (Siehe „Bewaffneter Widerstand“).
Die Republik Gambia klagte 2019 im Auftrag der Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC) vor dem Internationalen Gerichtshof (IGH) gegen Myanmar wegen des Verdachts auf Völkermord an den Rohingya. Das Verfahren läuft mittlerweile seit sieben Jahren.
3. INTERNATIONALE INSTITUTIONEN
Vereinte Nationen (UN)
Der UN-Sicherheitsrat ist durch die Vetos Chinas und Russlands weitgehend blockiert. Eine Resolution von 2022, die einen Waffenstillstand forderte, blieb ohne Wirkung. Die UN-Generalversammlung verabschiedete mehrfach Resolutionen, die den Putsch verurteilten. Rechtlich bindend sind diese allerdings nicht. Im Juli 2026 forderten 191 zivilgesellschaftliche Organisationen (darunter auch GSM) die UN-Generalversammlung auf, eine neue Resolution zu verabschieden, die die Scheinwahl ablehnt.
Büro des Hohen Kommissars für Menschenrechte (OHCHR)
Das OHCHR dokumentiert systematisch Menschenrechtsverletzungen und veröffentlicht regelmäßige Lageberichte. Ein Bericht vom Juni 2026 bescheinigte der internationalen Gemeinschaft „Gleichgültigkeit“, während das Leid der Zivilbevölkerung zunimmt.
UN-Sonderberichterstatter*in für Myanmar
Kelly Currie hat diese Funktion derzeit inne, als Nachfolgerin von Tom Andrews. Sie legt dem Menschenrechtsrat regelmäßig Berichte vor und fordert stärkere internationale Maßnahmen, darunter gezielte Sanktionen gegen Treibstofflieferanten des Militärs.
UN-Flüchtlingshochkommissariat (UNHCR)
Das UNHCR koordiniert die humanitäre Versorgung der Rohingya-Flüchtlinge in Bangladesch und andernorts sowie die Arbeit mit Binnenvertriebenen in Myanmar selbst, soweit Zugang besteht.
UN-Büro für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC)
Das UNODC dokumentiert Myanmars Rolle als globale Drehscheibe für Opiumproduktion, synthetische Drogen und den wachsenden Komplex aus Menschenhandel und Cyberscam-Operationen.
Internationale Organisation für Migration (IOM)
Die IOM beobachtet und dokumentiert die massive Binnenmigration sowie die Fluchtrouten der Rohingya auf See.
Independent Investigative Mechanism for Myanmar (IIMM)
Der IIMM sammelt und bewahrt Beweise für Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen, um künftige Strafverfolgungen zu ermöglichen.
Internationaler Gerichtshof (IGH)
Der Internationale Gerichtshof (IGH) verhandelt die im Gambia-Abschnitt beschriebene Völkermordklage gegen Myanmar seit 2019. Rohingya-Vertreter*innen konnten im Januar 2026 erstmals vor dem Gericht aussagen.
Internationaler Strafgerichtshof (IStGH)
Der IStGH hat begrenzten Zugang, da Myanmar dem Römischen Statut nicht beigetreten ist. Es läuft jedoch eine Vorermittlung bezüglich des Zwangstransfers von Rohingya nach Bangladesch, das anders als Myanmar das Römische Statut ratifizierte.
4. INTERNATIONALE NGOS UND ADVOCACY-ORGANISATIONEN
Dokumentation:
Human Rights Watch (HRW) dokumentiert Kriegsverbrechen, Luftangriffe auf Schulen und Krankenhäuser sowie Folter. Die Organisation veröffentlicht regelmäßige Berichte, die auf internationale Strafverfolgung drängen.
Amnesty International veröffentlicht unter anderem Berichte über Treibstofflieferungen für Militärangriffe (siehe Iran-Abschnitt), über Folter in Haft und Forderungen nach Rechenschaftspflicht. Amnesty erklärte 2026: „Fünf Jahre Staatsterror ohne internationale Konsequenzen“.
Fortify Rights dokumentiert Verbrechen gegen ethnische Minderheiten, insbesondere die Rohingya, und Menschenrechtsverletzungen in Konfliktgebieten.
Finanzinvestigationen:
Justice For Myanmar (JFM) ist eine verdeckt operierende Aktivisten-Gruppe, die Finanznetzwerke des Militärs aufdeckt. JFM enthüllte unter anderem Verbindungen zwischen dem europäischen Rüstungskonzern Airbus über dessen Partner AVIC, Thales (Radarsysteme), Telenor (Datenweitergabe), Belarus (Luftverteidigungssysteme) und der Junta. Die Gruppe veröffentlichte eine interaktive „Cartel Finance Map“.
The Sentry ist eine US-amerikanische Organisation, gegründet von George Clooney und John Prendergast. Gemeinsam mit JFM untersucht sie, wie die Junta Sanktionen umgeht und ihre Institutionen restrukturiert, um internationale Legitimität zu gewinnen.
Policy:
Die International Crisis Group betreibt umfangreiche Feldforschung und publiziert Analysen über Konfliktdynamiken sowie Empfehlungen für diplomatische Eingriffe. Sie gilt als eine der sachkundigsten Beobachterorganisationen.
Progressive Voice ist eine Menschenrechts- und politische Forschungsorganisation mit starken Netzwerken in der burmesischen Zivilgesellschaft. Sie fungiert als Bindeglied zwischen Basisorganisationen und internationalen Entscheidungsträger*innen. Jüngst forderte sie die UN-Generalversammlung auf, eine neue Myanmar-Resolution zu verabschieden.
Advocacy:
Burma Campaign UK ist eine der ältesten und einflussreichsten Myanmar-Advocacy Organisationen weltweit und wurde 1991 nach dem Putsch von 1988 gegründet.
German Solidarity with Myanmar Democracy (GSM) ist eine deutsche Advocacy-Organisation, die mit verschiedenen Aktionen, Veranstaltungen und Öffentlichkeitsarbeit die Interessen der myanmarischen Zivilgesellschaft in Deutschland vertritt.
Info Birmanie ist eine französische Advocacy-Organisation, die gemeinsam mit JFM den Bericht „#Airbusted“ über Airbus-AVIC-Myanmar-Verbindungen veröffentlichte und europäische Entscheidungsträger*innen lobbyiert.
Humanitär:
Médecins Sans Frontières (MSF) / Ärzte ohne Grenzen ist einer der wenigen humanitären Akteure mit begrenztem Zugang zu Konfliktgebieten.
Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) versucht, humanitären Zugang zu Gefangenen und zivilen Opfern zu sichern. Dabei berichtet es von schwerwiegenden Hindernissen durch das Militär.
5. MEDIEN- UND INFORMATIONSORGANISATIONEN
Democratic Voice of Burma (DVB) sendet aus dem Exil und versorgt die Bevölkerung in Myanmar mit unzensierter Berichterstattung.
The Irrawaddy ist ein unabhängiges Online-Nachrichtenmagazin aus dem Exil und gilt als wichtigste englischsprachige Quelle für Nachrichten aus Myanmar.
Mizzima News ist ein weiteres Exil-Nachrichtenportal mit breiter Berichterstattung.
Myanmar Now ist ein unabhängiges, preisgekröntes Nachrichtenportal, das aus Myanmar über Politik, Menschenrechte, Konflikte und gesellschaftliche Entwicklungen berichtet.
Frontier Myanmar ist ein unabhängiges Online-Nachrichtenmagazin aus dem Exil mit täglichen Briefings und wichtigen englischsprachigen Nachrichten zu Myanmar.
Radio Free Asia – Burmesischer Dienst erreicht die Bevölkerung in schwer zugänglichen Gebieten.
Diese Medienorganisationen sind auch politische Akteure: Sie dokumentieren Kriegsverbrechen, entkräften Junta-Narrative und stärken die internationale Öffentlichkeitsarbeit der Widerstandsbewegung.
6. DIASPORA-GRUPPEN
Die burmesische Diaspora ist über die ganze Welt verstreut. Sie spielt eine wichtige Rolle als Lobby, Geldgeber und Sprachrohr der Widerstandsbewegung sowie als Verbindungsglied zur internationalen Öffentlichkeit.
Thailand beherbergt die größte burmesische Diaspora, mehrere Millionen Menschen, darunter viele Arbeitsmigrant*innen aus ethnischen Minderheiten wie Karen, Shan und Kachin. Diese Gruppen sind teilweise organisiert und unterstützen ihre jeweiligen ethnischen Armeen, etwa die KNLA oder die KIA, die auf unserer Seite „Bewaffneter Widerstand“ ausführlich vorgestellt werden.
Die USA sind Heimat einer aktiven burmesischen Diaspora-Gemeinschaft, vor allem in Städten wie Washington D.C., New York und Los Angeles. Diaspora-Netzwerke betreiben intensive Lobbyarbeit im US-Kongress und in der Trump-Administration, mit dem Ziel stärkerer Sanktionen. Sie finanzieren zudem die NUG und PDFs über Spendenplattformen.
Australien und Kanada haben ebenfalls bedeutende burmesische Gemeinschaften, die Advocacy-Arbeit leisten.
In Deutschland und anderen europäischen Ländern sind burmesische Gemeinschaften aktiv, vor allem in Berlin und London. Sie leisten Lobbyarbeit beim Europäischen Parlament und nationalen Regierungen mit dem Ziel stärkerer Sanktionen.
Die Rohingya-Diaspora ist besonders politisch aktiv. Rohingya-Organisationen treten gegenüber dem IGH auf, betreiben Kampagnen gegen eine Rückführung unter unsicheren Bedingungen und fordern die internationale Anerkennung des Genozids. Zu den wichtigsten Dachorganisationen zählen die Burmese Rohingya Organisation UK (BROUK) und die Arakan Rohingya National Organisation (ARNO).
Ethnische Diasporas der Karen, Kachin, Shan und Chin unterhalten Netzwerke, die ihre jeweiligen Widerstandsarmeen finanziell, politisch und in der internationalen Kommunikation unterstützen.
