Widerstand: Der Kampf für Demokratie geht weiter

MYANMAR HEUTE 

Um die komplexe politische Situation in Myanmar verständlicher zu machen, haben wir den Widerstand in fünf Bereiche gegliedert. Diese Kategorien dienen als Orientierung und sind nicht strikt voneinander getrennt. Ein Akteur kann mehreren Bereichen angehören oder unterschiedliche Rollen übernehmen.

MYANMAR HEUTE 

Mehr als fünf Jahre nach dem Militärputsch vom 1. Februar 2021 bleibt der Bürgerkrieg in Myanmar eine der am wenigsten beachteten Krisen der Welt. Gleichzeitig ist der Widerstand gegen die Militärdiktatur eine der bemerkenswertesten Geschichten demokratischen Widerstands in Asien.

 

Die Opferzahlen sind erschütternd. Nach Angaben des Armed Conflict Location & Event Data Project (ACLED) hat der Konflikt inzwischen mehr als 100.000 Menschenleben gefordert. Ganze Dörfer wurden niedergebrannt, Wohngebiete bombardiert, Schulen und Krankenhäuser angegriffen. Millionen Menschen wurden vertrieben und sind auf humanitäre Hilfe angewiesen. Die Militärjunta setzt auf Luftangriffe und kollektive Bestrafung der Zivilbevölkerung.

 

Dennoch geht der Widerstand weiter. Allein das ist außergewöhnlich. Militärdiktaturen gehen davon aus, dass Angst, Gewalt und Erschöpfung den Widerstand innerhalb weniger Monate brechen. In Myanmar ist das Gegenteil eingetreten. Mehr als fünf Jahre nach dem Putsch wird in nahezu allen Teilen des Landes weiterhin Widerstand geleistet. Zivilgesellschaftliche Netzwerke arbeiten weiter, und unabhängige Medien berichten trotz enormer Risiken. Lehrkräfte, Ärzt*innen, Studierende, Arbeiter*innen, Mönche, Künstler*innen, Frauenorganisationen, ethnische Gemeinschaften und unzählige Bürger*innen verweigern der Militärherrschaft weiterhin die Anerkennung.

 

Die Junta hat unermessliches Leid verursacht, aber keine Legitimation gewonnen.

Über Jahrzehnte wurde die Herrschaft des Militärs als unvermeidlich dargestellt. Der Putsch von 2021 stellt einen Bruch mit diesem Narrativ dar. Millionen Menschen, die während der demokratischen Öffnung (2011-2021) erlebten, dass ein anderes Myanmar möglich ist, weigern sich, in eine Diktatur zurückzukehren. Gleichzeitig entstanden neue Bündnisse zwischen der demokratischen Bewegung und den ethnischen Widerstandsorganisationen, die historisch beispiellos sind.

Der Widerstand steht einer militärisch weit überlegenen Junta gegenüber. Gleichzeitig schwindet die internationale Aufmerksamkeit, während die Gewalt unvermindert anhält. Viele Nachbarstaaten stellen in ihrem Ansatz vermeintliche Stabilität über Gerechtigkeit.

Die Menschen in Myanmar wollen Demokratie, Freiheit und Würde. Sie wollen einen föderalen Staat, in dem sich das Militär nicht über den Willen der Bevölkerung stellen kann.

Der Kampf in Myanmar ist deshalb weit mehr als ein nationaler Konflikt. Er ist eine der ausdauerndsten und entschlossensten Demokratiebewegungen der modernen Geschichte Asiens. Nach mehr als fünf Jahren Krieg, Unterdrückung und unvorstellbaren Opfern leisten die Menschen weiterhin Widerstand für Freiheit, Demokratie und Gerechtigkeit.

Die Militärjunta verfügt über Kampfflugzeuge, Artillerie und Gefängnisse. Aber sie konnte den Widerstand nicht besiegen.

Wir stehen an der Seite der Menschen in Myanmar in ihrem Kampf gegen die Militärjunta. Wir werden weder die Unterdrückung als Normalität akzeptieren, noch die Diktatur anerkennen. Solange Millionen Menschen für Freiheit, Demokratie und Gerechtigkeit kämpfen, verdienen sie weder Mitleid noch Gleichgültigkeit, sondern unsere Aufmerksamkeit, Solidarität und Unterstützung.

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